Strukturwandel im Finanzbereich

Strukturwandel im Finanzbereich

Durch jeden Wandel in der Wirtschaft wurden Bedürfnisse der Menschheit besser oder billiger befriedigt als vorher. Wir brauchen heute weder Schreibmaschinen- noch Kutschenfabriken. Im Nachhinein erscheinen die Strukturwandel logisch und folgerichtig. Was jedoch sind die nächsten Branchen, die keinen Mehrwert mehr zu schaffen vermögen und verschwinden? Im Licht dieser Frage wollen wir die Geschäftsfelder der Grossbanken betrachten. Werden sie, die so viel zum Reichtum der Schweiz beitragen, letztlich verschwinden?

  • Bei uns ist die Vermögensverwaltung das Hauptgeschäft. Die Banken bieten «gratis» Beratungen an, der Kunde zahlt versteckt mit überzogenen Gebühren und schlechten Kursen beim empfohlenen Handel mit Wertschriften. Unvorstellbar, dass sich dieses Geschäft halten wird, jede App informiert kostengünstiger und ehrlicher.
  • Viele Private und Firmen haben selbstverständlich ihre Wertschriftendepots bei den Banken. Die Banken haben bisher exklusiven Zugang zu den Börsen, Online-Anbieter müssen selbst eine Bank haben, welche ihnen den Handel abwickelt. Und sind dennoch billiger. Auch hier nehmen die Banken eine unproduktive Vermittlerrolle ein, für deren Existenz es keinen Grund gibt.
  • Kontenführung, Zahlungsverkehr: Dieses Geschäft wird längst über Plattformen abgewickelt, dafür braucht es kaum Personal. Geld wird auch keins verdient.
  • Unternehmensfinanzierung: Trotz neuartiger Finanzierungsformen wie Crowdfunding wird sich ein beratungsorientierter Kredit-Zweig halten. Diese Leistung kann jedoch kostengünstiger von kleinen, lokal operierenden Banken erbracht werden.
  • Hypothekargeschäft: Die günstigsten Angebote gibts heute online – meistens bei Versicherungen. Hypotheken sind homogen, es gibt keinerlei Qualitätsunterschiede. Es gibt keinen Grund, bei der Hausbank das teurere Angebot zu wählen.
  • Vorsorgeplanungen, Erbteilungen und weitere Beratungen: Nichts, was eine Treuhandfirma nicht (günstiger) bieten könnte.
  • Investmentbanking (bösartig Wettbüro genannt): Hier wird es wohl noch länger grosse Strukturen brauchen, denn niemand will Wetten mit einem Partner abschliessen, der im Falle der Niederlage nicht zahlen kann. Die Grossbanken sind kapitalkräftig. Nur fand dieses Geschäft kaum je in der Schweiz statt, sondern in England und den USA.

Was hält die Banken denn noch am Leben?

Neben dem trägen Verhalten der Kunden macht der Staat viel für die Strukturerhaltung im Finanzsektor. Die Anforderungen der Finma sind von kleinen Anbietern kaum zu erfüllen, sie verlangen einen grossen bürokratischen Apparat.

Die Bankenwelt, wie wir sie kennen, wird sich auflösen. Dies mag Schadenfreude auslösen, viele gönnen den gierigen Bankern den Niedergang. Wir dürfen aber nicht vergessen, dass die Banken Steuersubstrat und Arbeitsplätze generieren. Wir sind als ganze Volkswirtschaft gefordert, die leistungsfähigen Menschen des Finanzplatzes neuen, Mehrwerte schaffenden Branchen zuzuführen. Es wird nicht einfach.

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